Das Glaukom, umgangssprachlich auch als “grüner Star” bezeichnet, ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, die durch eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs (Nervus opticus) gekennzeichnet sind. Die Ursache dieser Nervenschädigung ist häufig ein erhöhter Augeninnendruck (intraokularer Druck), doch auch bei normalem Augeninnendruck kann es durch Durchblutungsstörungen des Sehnervenkopfes zu einem Glaukom kommen. Unbehandelt führt das Glaukom langfristig zu irreversiblen Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung.
Gemäß der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10, Kapitel H40.-) zählt das Glaukom zu den weltweit häufigsten Ursachen für Erblindung. Es betrifft vor allem ältere Menschen, kann jedoch auch bei jüngeren Patienten, sogar bei Neugeborenen (kongenitales Glaukom), auftreten.
Es werden verschiedene Glaukomformen unterschieden:
- Primäres Offenwinkelglaukom: Die häufigste Form, bei der der Kammerwinkel offen erscheint, der Abfluss des Kammerwassers jedoch chronisch behindert ist.
- Engwinkelglaukom (Winkelblockglaukom): Seltener, aber gefährlicher, da es akut auftreten kann. Der Abfluss des Kammerwassers wird durch einen anatomisch engen Kammerwinkel blockiert, was zu einem plötzlichen Druckanstieg führt.
- Normaldruckglaukom: Der Augeninnendruck liegt im Normalbereich, jedoch kommt es durch eine verminderte Durchblutung zu einer Schädigung des Sehnervs.
- Sekundäres Glaukom: Entsteht infolge anderer Augenerkrankungen, Verletzungen oder Medikamenteneinnahme (z. B. Kortison).
Da das Glaukom im Frühstadium meist symptomlos verläuft, wird es oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Typische Beschwerden treten erst bei fortschreitender Schädigung des Sehnervs auf und äußern sich in Form von Schatten im Gesichtsfeld, Tunnelblick oder plötzlichem Sehverlust. Die Schädigungen sind irreversibel, weshalb eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist.
Zur Diagnostik gehören die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie), die Beurteilung des Kammerwinkels (Gonioskopie), die Gesichtsfeldprüfung (Perimetrie) und die bildgebende Untersuchung des Sehnervenkopfes (z. B. mittels Optischer Kohärenztomografie, OCT). Die Behandlung zielt darauf ab, den Augeninnendruck dauerhaft zu senken, um die Progression der Sehnervschädigung zu verlangsamen oder zu stoppen. Je nach Glaukomtyp kommen drucksenkende Augentropfen, Laserverfahren (z. B. Lasertrabekuloplastik) oder operative Eingriffe (z. B. Trabekulektomie) zum Einsatz.