Die Dioptrie (abgekürzt dpt) ist die Maßeinheit für die optische Brechkraft von Brillengläsern, Kontaktlinsen oder optischen Systemen wie dem menschlichen Auge. Sie gibt an, wie stark das Licht durch eine Linse gebrochen wird, und dient dazu, den Grad einer Fehlsichtigkeit (Ametropie) zu bestimmen und entsprechend zu korrigieren.
Eine Dioptrie entspricht dem Kehrwert der Brennweite einer Linse in Metern (dpt = 1/m). Ein Brillenglas mit einer Stärke von 1 Dioptrie fokussiert beispielsweise parallel einfallende Lichtstrahlen in einer Entfernung von genau einem Meter. Je höher die Dioptrienzahl, desto stärker ist die Brechkraft und somit die Korrekturwirkung des optischen Hilfsmittels.
Bei der Angabe der Dioptrienzahl unterscheidet man zwischen positiven und negativen Werten:
- Positive Dioptrienzahlen (+ dpt) kennzeichnen eine Sammellinse, die bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) eingesetzt wird, um den Fokuspunkt des Lichts nach vorne auf die Netzhaut zu verlegen.
- Negative Dioptrienzahlen (- dpt) stehen für Zerstreuungslinsen, die bei Kurzsichtigkeit (Myopie) verwendet werden, um den Fokuspunkt des Lichts nach hinten auf die Netzhaut zu verschieben.
Eine Dioptrienmessung erfolgt typischerweise mithilfe von Refraktionsbestimmungen, wie sie von Augenärzten oder Optometristen durchgeführt werden. Ziel dieser Untersuchung ist es, die exakt benötigte optische Korrektur zur bestmöglichen Sehschärfe zu bestimmen. Neben der sphärischen Dioptrienzahl, die Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert, können Brillengläser auch eine zylindrische Dioptrienzahl enthalten, die speziell zur Korrektur eines Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) notwendig ist.
Die optische Stärke des menschlichen Auges beträgt durchschnittlich etwa 60 Dioptrien, wobei die Hornhaut etwa zwei Drittel und die Augenlinse das verbleibende Drittel der Gesamtbrechkraft ausmacht. Veränderungen der natürlichen Brechkraft des Auges durch Alterungsprozesse (wie Presbyopie), Erkrankungen (wie Katarakt) oder Verletzungen beeinflussen die benötigte Dioptrienkorrektur erheblich.
In der ganzheitlichen Augenoptik und Funktionaloptometrie erfolgt die Dioptrienbestimmung besonders sorgfältig und individuell angepasst. Dabei berücksichtigt man auch andere visuelle Funktionen wie die Akkommodationsfähigkeit, das Binokularsehen und die visuelle Belastbarkeit, um optimale und komfortable Sehbedingungen zu gewährleisten und das Auge durch Korrekturen zu entlasten und nicht zu überfordern.