Dysbalancen

Stellen Sie Auffälligkeiten bei sich oder Ihrem Kind fest oder haben Anlass zur Vermutung von Sehfunktionsstörungen, kontaktieren Sie bitte einen Funktionaloptometristen.

Dieser führt dann optometrische Mess- und Prüfverfahren durch, um mögliche Dysfunktionen des Sehapparates und der Wahrnehmung zu erkennen, zu analysieren und bei Bedarf im Verbund mit anderen Fachdisziplinen[1] ganzheitlich zu betreuen. So führt beispielsweise die präventive Entlastung des Haltungsapparates zu einer Entlastung der Augen.

Die Beurteilung und visuelle Analyse sollte deshalb nur durch zertifizierte Fachkräfte erfolgen und wenn eine Augenerkrankung als Ursache im Vorfeld durch behandelnde Augenärzte ausgeschlossen wurde.

Für die Wahl geeigneter Maßnahmen prüfen wir Ihr Sehverhalten[2], Ihre Augenfunktionen[3], die Prozesse der Augensteuerung sowie  des beidäugigen Sehens und beraten Sie zu den Phänomene wie Hochsensibilität und Hochsensitivität[4], sowie die Wirkung von Stressoren.

Im Falle einer Analyse erarbeiten wir auf Basis der Messergebnisse auf Ihren Wunsch hin ein individuelles Training. Ziel ist es, das beidäugige Sehen zu verbessern, denn „richtiges Sehen“ kann diagnostizierte neuromuskuläre, neurophysiologische oder neurosensorische visuelle Dysfunktionen verbessern. Dabei reichen wenige Minuten Training am Tag aus, um innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von 6-8 Monaten „sichtbare“ Erfolge zu erzielen. Bei Kindern ist die Unterstützung und Hilfe der Eltern für einen regelmäßigen und regulären Ablauf des Trainings und somit der Erfolgschancen wichtig. Hier kann auch eine sogenannte „Trainingsbrille“ unterstützen.

  • Anzeichen für mögliche zu behandelnde Dysbalancen / mögliche auftretende asthenopische Beschwerden

    • Auffälligkeiten der Blicksteuerung, der Blickbewegung, sowie dem Zusammenspiel beider Augen
    • Regelmäßige Kopfschmerzen & Übelkeit bei visueller Konzentration (bspw. Lesen im Auto)
    • Ermüdungserscheinungen bei zu langer Bildschirmarbeit
    • Schulter- und Nackenschmerzen
    • Außergewöhnliche Lichtempfindlichkeit
    • Zeitweises Schielen
    • Häufiges Augenbrennen/Augentränen/ Augenrötung
    • Unterschiedlich weit entfernte Objekte lassen sich nicht „scharf“ anvisieren
    • Einschränkungen beim Sport oder im Straßenverkehr
    • fehlerhaftes Zusammenspiel beider Augen (Schielen, Doppeltsehen)
    • Seitliches Neigen des Kopfes beim Lesen und Schreiben
    • Deutlich zu kurzer Lese- und Schreibabstand
    • Buchstaben in Texten erscheinen beim Lesen seitlich verschoben
    • Buchstaben werden verwechselt (p/q, b/d)
    • Allgemein verminderte Sinneserfassung von Texten
    • Konzentrationsschwierigkeiten beim Schreiben/Lesen längerer Texte
    • Koordinationsschwierigkeiten bei Ballsportarten
  • die vier Kreise von Skeffington

    Binokularsehen (Beidäugigkeit)

    erfasst relative räumliche Lage zweier Objekte – es werden 3 Formen des fehlerhaftem Zusammenspiels beider Einzelaugen unterschieden

    • Simultansehen
    • Fusion (sensorische und motorische Fusion – Phorie, Tropie oder Heterophorie)
    • Stereopsis

    Okulomotorik

    sämtliche bewusste und unbewusste Augenbewegungen entlang der Torsionsachse, der Vertikalachse und der Horizontalachse und deren korrekte präzise Steuerung (z.B. Duktion, Version und Vergenz)

    Akkommodationsfähigkeit

    Fähigkeit der Augen, Objekte im Nah- und Fernbereich scharfzustellen

    Visuelle Wahrnehmung

    korrekte Aufnahme und Verarbeitung optischer Reize

[1]z.B. Osteopathie, Physiotherapie, Ernährungsberatung
[2]Körper- und Handhaltung beim Schreiben und Arbeiten, Auge-Hand-Koordination, Ergonomie am Arbeitsplatz
[3]Binokularsehen, Okulomotorik, Akkommodationsfähigkeit und visuelle Wahrnehmung gesteuert durch neuromuskuläre, -physiologische, -sensorisch Prozesse
[4]HSP/HSM = „Highly sensitive person“